Wir sind eine Konversationsgruppe aus Collado Villalba und Umgebung, die sich jeden Freitagmorgen trifft, um Deutsch zu üben.
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Mittwoch, 18. Dezember 2013

Das Geschäft mit dem Fußball / Barça und Real droht Millionenstrafe

So funktioniert das Milliardengeschäft Bundesliga

Die Fußball-Bundesliga begeistert Millionen Menschen – und scheffelt dabei Milliarden Euro. Die großen Klubs vergleichen sich gern mit erfolgreichen Konzernen. Zu Recht? Eine Analyse.


















Fußball bewegt Millionen – zum einen Fans, vor allem aber Euros. Mehr als zwei Milliarden werden in der Ersten Bundesliga mittlerweile umgesetzt, meldet die Deutsche Fußball Liga (DFL). Die Klubs, die für Deutschlands wichtigstes Sportprodukt stehen, sehen sich daher längst nicht mehr als einfache Vereine.

Vom Selbstverständnis her sind der FC Bayern, Borussia Dortmund und selbst Vereine wie Mainz 05 mittlerweile auf dem Niveau großer mittelständischer Unternehmen. Doch wie tickt so eine Fußballfabrik und wie gut arbeitet sie? Eine Analyse zum Start der neuen Saison.

Watzke: "Die besten Maschinen werden weggekauft"

Sportlicher Erfolg ist das Kerngeschäft der Klubs. Um dieses Ziel zu erreichen, sind gute Spieler nötig. Sie bilden – zumindest gefühlt – das Herz der Fußballfirmen. Rein technisch gesehen sind die hoch bezahlten Kicker nichts anderes als Anlagevermögen.

"Im übertragenen Sinne sind die Spieler das, was für einen produzierenden Betrieb die Maschinen sind", sagt Hans-Joachim Watzke, Geschäftsführer von Borussia Dortmund, dem einzigen börsennotierten deutschen Fußballklub. "Nur haben wir im Fußball das Problem, dass ständig jemand versucht, einem die besten Maschinen wegzukaufen."

Die Dortmunder haben das erst kürzlich erleben müssen. Stattliche 37 Millionen Euro hat Konkurrent Bayern München den Westfalen für Mittelfeld-Ass Mario Götze überwiesen. Ein stolzer Betrag, selbst für einen so gut situierten Klub wie Bayern München. Und das, obwohl dieser Wechsel angesichts des ohnehin schon gut besetzten Kaders sportlich nicht mal nötig war.

Christoph Breuer vermutet ohnehin eine andere Strategie hinter dem Transfer. "Es ging nicht nur darum, den eigenen Kader zu stärken. Bayern München wollte vielmehr einen Gegner schwächen", sagt der Professor für Sportökonomie und Sportmanagement von der Sporthochschule Köln. Deshalb sei auch ein strategischer Preis bezahlt worden. Ökonomisch dagegen sind Transfers in dieser Größenordnung ein großes Risiko.

Der hohe Betrag lässt sich kaum wieder einspielen. Zumal sich der Wert eines einzelnen Spielers aus dem Kollektiv Mannschaft nicht detailliert herausrechnen lässt. Zudem ist der sportliche Erfolg nicht garantiert. Regelmäßig enttäuschen vermeintliche Top-Transfers.

Millioneninvestitionen trotz roter Bilanzen

Doch das Risiko verdrängen die Klubs oft. "Zwar sind die meisten von der Rechtsform her mittlerweile aufgestellt wie ein Unternehmen. Anders als ein klassischer Betrieb sind sie aber nicht auf wirtschaftlichen Erfolg ausgerichtet", erklärt Experte Breuer.

Es gehe nicht um die Gewinnmaximierung wie bei einer Kapitalgesellschaft. Für die Fußballfirmen zähle allein der sportliche Erfolg. Und dafür werden immer wieder auch tiefrote Zahlen akzeptiert. In Hamburg zum Beispiel, wo der HSV vor einem Jahr trotz angespannter Finanzlage kräftig investiert hat, nachdem der Saisonstart komplett misslungen war.

Damals wurde Spielmacher Rafael van der Vaart für einen zweistelligen Millionenbetrag aus England geholt, und nun steht er als Anlagevermögen in der Bilanz des HSV – und muss über die Vertragslaufzeit abgeschrieben werden. Gibt ein Verein also beispielsweise 48 Millionen Euro für einen Spieler aus, müssten bei einem Vier-Jahres-Vertrag jährlich zwölf Millionen Euro zulasten des Ergebnisses abgeschrieben werden.

Anders ist es bei Nachwuchsspielern aus dem eigenen Jugendbereich oder bei Spielern, die ablösefrei kommen. Sie werden der sogenannten stillen Reserve zugerechnet, zählen also zum Eigenkapital.

Nicht nur in Beine, auch in Beton investieren

Fußball ist ein riskantes Geschäft. "Die Spieler sind keine Maschinen. Da kann vieles schieflaufen", sagt Christine Unterhitzenberger aus der Sport-Einheit der Beratungsgesellschaft Ernst & Young. So gebe es zum Beispiel die Gefahr von Verletzungen oder Eingewöhnungsschwierigkeiten. "Ab einer bestimmten Summe stellt sich dann die Frage, wie beherrschbar die Risiken noch sind", warnt Unterhitzenberger.

Zwar stehe hinter jedem Transfer eine aufwendige Analyse. Über spezielle Rechenmodelle werde abgeklopft, welchen Mehrwert ein bestimmter Spieler einem Verein bringen kann. Am Ende aber werden oft emotionale Entscheidungen getroffen. "Die Liga ist nicht so rational, wie es den Anschein haben soll", sagt Sportökonom Breuer. "Wenn man fünfmal in Folge verliert, ist es bei vielen mit der Sachlichkeit schnell vorbei", bestätigt der Controller eines Bundesligaklubs. Seine Aufgabe ist es dann, die Emotionen zu zügeln. "Man kann heute bei Transfers nicht mehr aus dem Bauch heraus entscheiden."

Wie gefährlich fehlende Sachlichkeit ist, weiß BVB-Boss Watzke nur zu gut. Mitte der Nuller-Jahre hatten seine Vorgänger in Dortmund jegliche Vorsichtsregeln außer Acht gelassen und für Rekordsummen – überschätzte – Spieler etwa aus Brasilien gekauft, um ganz oben in Europa mitspielen zu können. Das hätte den Klub beinahe in die Insolvenz gestürzt.

Risikofaktor Champions League

"Ein Verein kann nicht nur in sportliche Substanz investieren", warnt Watzke nun. "Er muss auch zur Erhaltung und Verbesserung seiner Substanz Geld ausgeben und Reserven für schwierige Zeiten schaffen." Und die entsprechenden Strukturen implementieren. "Bei der Infrastruktur hinken viele Vereine noch hinterher", sagt der Finanzverantwortliche eines Bundesligaklubs.

Allerdings rüsten die Fußballfirmen nun kräftig auf, bescheinigt Ernst & Young. Seit einigen Jahren schon stellen sie ausgewiesene Wirtschaftsexperten ein. Bei Schalke 04 etwa besteht die Finanzabteilung dem Vernehmen nach aus mittlerweile 16 Leuten, angefangen bei Buchhaltern über Steuerberater und Sportökonomen bis hin zu Wirtschaftsprüfern. Und die müssen derzeit hellseherische Fähigkeiten haben.

Denn Schalke spielt in den kommenden Wochen zwei Qualifikationsspiele für die Champions League. Für die Finanzer ist der Ausgang von entscheidender Bedeutung. Denn schaffen die Königsblauen den Einzug in die Königsklasse, sind Einnahmen von mindestens 20 Millionen Euro garantiert. Gelingt das nicht, muss ganz neu gerechnet werden.

Freiburg ist Meister der Effizienz

In der "echten" Wirtschaft sichern Unternehmen ihre Marktstellung über Forschung und Entwicklung ab. Wer innovativer als die Konkurrenz ist, steht an der Spitze seiner Branche. Übertragen in die Fußballwelt stehen Forschung und Entwicklung für Jugendarbeit und Scouting. Und hier ist in den vergangenen Jahren viel passiert.

So investieren die Vereine inzwischen etliche Millionen in Leistungszentren für den Nachwuchs. Vorreiter war hier der SC Freiburg, der bereits mehrfach ausgezeichnet wurde für seine Jugendarbeit. Schon Ende der 90er-Jahre haben sich die Freiburger als Ausbildungsverein positioniert. Talentförderung ist seither ein Eckpfeiler der Strategie im Breisgau. Und dass es funktioniert, also dass die Durchlässigkeit vom Nachwuchs- in den Profibereich vorhanden ist, zeigen aktuelle Beispiele wie Oliver Baumann, Matthias Ginter oder Immanuel Höhn. Auch die Effizienz-Tabelle führen die Badener an (siehe Grafik).

Mittlerweile findet das Konzept reichlich Nachahmer. Die DFL hat Fußballinternate im Lizenzierungsverfahren sogar zur Bedingung für die Bundesligisten gemacht. Und das Geld wird gern ausgegeben. "Gute Jugendspieler sind das Kapital eines Vereins", heißt es vonseiten der Klubs. Das können unter anderem die Verantwortlichen des FC Schalke 04 nur zu gut bestätigen.

Der Wechsel von Eigengewächs Manuel Neuer zu Bayern München etwa spülte vor zwei Jahren einen Transfererlös in Höhe von fast 20 Millionen Euro in die klamme Klubkasse. Sollte Supertalent Julian Draxler in den kommenden Jahren den Verein verlassen, könnte die Ablöse sogar doppelt so hoch liegen.

"Gute Transfers haben nichts mit Glück zu tun"

Draxler wird mittlerweile von Dutzenden Scouts beobachtet, die vor allem von den großen und finanzkräftigen Klubs aus dem Ausland geschickt werden. Die meisten Bundesligisten dagegen schauen sich bei der Spielersuche nach günstigeren Alternativen um. Dahinter steht ein aufwendiges Verfahren. Spieler werden über Monate, wenn nicht gar über Jahre hinweg beobachtet, ehe sie für einen Wechsel infrage kommen.

Flog bis vor einigen Jahren noch der Co-Trainer zu einem Spiel, um den auserwählten Kicker unter die Lupe zu nehmen, erstellen heute ganze Abteilungen Spielerprofile und betreiben Videoanalysen.

Für BVB-Boss Watzke haben geglückte Transfers wie in seinem Fall Shinji Kagawa oder Ilkay Gündogan deshalb nichts mehr mit Glück zu tun. "Du kannst nicht fünf Jahre lang nur Glück haben, das geht gar nicht. Da steckt viel harte Arbeit und Analyse dahinter".


Bundesliga will im Ausland bekannter werden

Wer ein gutes Produkt hat, der muss es bekannt und begehrt machen. In der Bundesliga wird derzeit kräftig die Werbetrommel gerührt. Weniger im Inland, denn hierzulande gibt es schon jetzt kein wichtigeres Sportprodukt als den Fußball. Woche für Woche strömen Hunderttausende in die modernsten Stadien der Welt, und Millionen Deutsche fiebern an den Fernsehbildschirmen mit.

Also konzentrieren sich DFL und die Klubs auf die Vermarktung im Ausland, etwa über Trainingslager in ganz Europa, Kurztrips mit Freundschaftsspielen in Asien oder sogar der Verpflichtung von Spielern aus ganz bestimmten Ländern. Borussia Dortmund etwa kennt seit dem Kauf von Shinji Kagawa jeder Fußballfan in Japan.

Der jüngst von Hamburg nach Leverkusen gewechselte Heung-Min Son wiederum hat die Bundesliga in Südkorea bekannt gemacht. Beim HSV sind sogar allein wegen dieses Spielers koreanische Sponsoren eingestiegen. Mit dem jüngsten Transfer nach Leverkusen dürften die Unternehmen nun allerdings weiterwandern.

Mit Trikotverkäufen allein ist kein Staat zu machen

Doch die Hamburger werden Ersatz finden. Schließlich gilt die Bundesliga derzeit als interessanteste Liga in Europa. Dafür spricht nicht zuletzt die Verpflichtung von Star-Trainer Pep Guardiola bei Bayern München. Und so erwartet die Mehrzahl der Vereine laut einer aktuellen Studie von Ernst & Young steigende Einnahmen bei Sponsoring, Werbung und Merchandising.

Dieser Bereich ist nach den TV-Geldern die zweitwichtigste Einnahmequelle im Profifußball. Verdient wird mit Trikot- und Bandenwerbung, Logen und Business-Seats, mit dem Verkauf von Namensrechten und nicht zuletzt mit Fanartikeln.

Die Merchandising-Einnahmen sind sogar auf Rekordkurs. Gut 170 Millionen Euro wurden von den 18 Bundesligaklubs der Saison 2012/2013 mit dem Verkauf von Trikots, Schals und Bettwäsche eingenommen, schätzen Experten. Teure neue Spieler können sich die Fußballfirmen allein dadurch aber nicht leisten.

"Wer glaubt, ein Bundesligaverein könne Spielertransfers mit Trikotverkäufen refinanzieren, der hat sie nicht alle", sagt BVB-Chef Watzke mit westfälischer Deutlichkeit. Zumal die Klubs nicht die einzigen sind, die an einem Trikot verdienen. Experten zufolge bleiben bei jedem verkauften Leibchen zehn bis zwölf Euro für die Vereinskasse übrig – zu wenig, um die Fabrik Fußball allein damit am Laufen zu halten.

Dienstag, 3. September 2013

Kognitive Leistungsfähigkeit: Lauf dich schlau

Laufen für Körper und Geist: Gehirnjogging mal anders
Sport fördert die geistige Leistungsfähigkeit - immer mehr Studien zeigen, welche Spuren körperliche Aktivität im Hirn hinterlassen. Wer tiefgreifende Effekte erzeugen will, sollte regelmäßig trainieren. Das kann das Denkorgan sogar vergrößern.

Gehirnjogging mal anders: Sportkleidung an, raus, eine halbe Stunde Laufen gehen - etwas schlauer zurückkommen. Vielleicht fördert das unsere geistige Leistungsfähigkeit sogar mehr als ein Haufen Sudoku- oder Kreuzworträtsel. Denn dank zahlreicher Studien in den vergangenen Jahren wissen Forscher inzwischen: Wer Sport treibt, trainiert nicht nur seinen Körper, sondern auch sein Gehirn.
Eine dieser Studien kommt jüngst aus Bochum. Das Team um den Neurologen Tobias Schmidt-Wilcke vom Berufsgenossenschaftlichen Universitätsklinikum Bergmannsheil legte 26 Leistungssportler und 12 bekennende Nichtsportler in den Kernspintomografen (MRT). Die Aufnahmen ihrer Gehirne zeigten: Die Sportler hatten in bestimmten Bereichen, vor allem im sogenannten supplementären motorischen Areal (SMA), deutlich mehr Hirnsubstanz als die Nichtsportler.
Was aber haben die Betroffenen davon? Zwar ist das SMA unter anderem für das Erlernen von Bewegungsabfolgen zuständig. Dennoch gehen die Forscher davon aus, dass sich das Mehr an Hirnsubstanz ganz allgemein positiv auf die Leistungsfähigkeit der Sportler auswirkt. Schließlich kommt der SMA neben dem Einstudieren von Bewegungen auch bei etlichen anderen Vorgängen im Gehirn zum Einsatz.

Positive Wirkung auf verschiedenen Ebenen

Wie sehr Sport die Leistungsfähigkeit des Gehirns fördert, lässt sich nicht nur an seiner Größenzunahme ablesen. Kanadische Forscher vom Montreal Heart Institute etwa ließen unsportliche Erwachsene zweimal wöchentlich ein intensives Intervalltraining machen. Nach vier Monaten hatte sich nicht nur ihre Kondition deutlich verbessert - sie erzielten auch in Tests ihrer geistigen Leistungsfähigkeit deutlich bessere Ergebnisse.

Sport und Bewegung: So halten Sie Ihren Körper gesund und fit

Einen Teil dieser gestiegenen Leistung können Wissenschaftler durch die kurzfristige Wirkung von Sport erklären: Das Gehirn wird nachweislich besser mit Sauerstoff versorgt. "Schon beim Spazierengehen kann die Durchblutung des Gehirns um etwa 20 Prozent gesteigert werden, bei mittlerer Belastung um bis zu 30 Prozent. Durch den erhöhten Blutfluss werden neben dem Sauerstoff auch biochemische Substanzen besser transportiert", sagt der Sportwissenschaftler Karsten Werner von der Deutschen Sporthochschule in Köln.
Wirklich tiefgreifende Effekte, die sogar die Hirnstruktur verändern, treten aber vor allem bei regelmäßigem Sport über einen längeren Zeitraum auf: "Körperliche Aktivität begünstigt die Bildung neuer Synapsen und Umbaumechanismen und auch die Festigung bestehender Hirnverbindungen", sagt Werner.
Das beschränkt sich offenbar nicht nur auf die für die sportliche Bewegung spezifischen Hirnstrukturen. Die Bochumer Studie etwa zeigte: Bei denjenigen Leistungssportlern, die Ausdauersportarten ausübten, wurde nicht nur der SMA größer, sondern auch der Hippocampus - ein Teil des Gehirns, der unter anderem auch eine wichtige Rolle bei der Verarbeitung von Emotionen spielt.

Aktivität, Erfahrung, Wachstum

Was genau am Sport die Umbauprozesse im Gehirn in Gang setzt, darüber wird noch spekuliert. Eine naheliegende Vermutung ist, dass die sowohl die höhere Durchblutung als auch die Ausschüttung von chemischen Botenstoffen das Gehirn leistungsfähiger macht. "Wahrscheinlich spielt die körperliche Anstrengung eine zentrale Rolle", sagt Stefan Schneider, ebenfalls Sportwissenschaftler an der Deutschen Sporthochschule in Köln. "Es könnte aber auch etwas anderes sein, das den Sport auch kennzeichnet: 'Die Bewegung und die damit verbundene Erfahrung.'"
Darauf deutet auch eine im Mai im Fachmagazin "Science" veröffentlichte Studie hin, bei der ein Team um die Biologin Julia Freund der TU Dresden mit Sendern ausgestattete Mäuse im Labor beobachtete. Bei jenen Tieren, die sich über die Zeit besonders aktiv in ihrem Territorium bewegten (ohne dass sie sich dabei übermäßig anstrengten), war das Gehirn im Laufe der Jahre besser erhalten geblieben als bei den weniger aktiven Mäusen.

Dass schon Bewegung allein - ohne große körperliche Verausgabung - das Gehirn trainiert, hält Schneider auch entwicklungsbiologisch für einleuchtend: "Schon beim Aufwachsen ist Bewegung ein fundamentales Prinzip für die Entwicklung des Gehirns." Warum sollte das im Erwachsenenalter anders sein? Was auch immer der Grund ist, fest steht: Sport fördert nicht nur unsere körperliche Leistungsfähigkeit, sondern auch unsere geistige. Lauf dich schlauer - es funktioniert.

Montag, 24. Juni 2013

Pep spricht Deutsch

Bei Rekordmeister Bayern München beginnt nun auch ganz offiziell die Ära Pep Guardiola. In seiner ersten Pressekonferenz spricht der spanische Startrainer überwiegend Deutsch.
Es war die größte Pressekonferenz in der Vereinsgeschichte des FC Bayern. Auf der Bühne im Presseraum der Münchener Fußball-Arena saßen sie in Reih und Glied: Bayern-Pressesprecher Markus Hörwick, Präsident Uli Hoeneß, der neue Trainer Pep Guardiola, Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge und Sportvorstand Matthias Sammer. Mehr als 200 Journalisten waren live mit dabei, zahlreiche Fernsehstationen übertrugen das Ereignis in alle Welt.
Und Guardiola tat das, was alle mit Spannung erwartet hatten: Er beantwortete die Fragen auf Deutsch. Der spanische Startrainer präsentierte sich dabei entspannt und bescheiden, aber auch überraschend routiniert und souverän. Sein Deutsch, an dem er nach eigenem Bekunden seit knapp sechs Monaten arbeitet, war schon weit besser als bei manchem seiner Trainervorgänger in München gegen Ende der Amtszeit. "Alles ist auswendig lernen", verriet der 42-Jährige sein Erfolgsrezept beim Erlernen der neuen Sprache.
"Ich bin bereit"
Warum er sich für den FC Bayern entschieden habe, war natürlich eine der Standardfragen, die kommen musste. Und Guardiola antwortete so, wie es alle hören wollten: "Meine Zeit in Barcelona war wunderbar, aber ich brauchte eine neue Herausforderung. Bayern München hat mir die Möglichkeit gegeben." Er werde sein Bestes geben.
Der Druck, nach dem Triple unter Jupp Heynckes schnell weitere Titel liefern zu müssen, scheint ihm nichts auszumachen. Er wolle das hohe Niveau seines Vorgängers halten, das sei die Aufgabe, der er sich stellen wolle, betonte der Spanier: "Ich kann damit leben und nehme diese riesige Herausforderung an. Ich übernehme eine Mannschaft, die außergewöhnlich gespielt hat. Ich bin wegen der Spieler und der Geschichte des FC Bayern hier. Wenn Bayern dich ruft, ist das eine Ehre, ein Geschenk."
Trainer Pep Guardiola spricht auf der Bayern-Pressekonferenz (Foto: Peter Kneffel/dpa)Bescheiden, sympatisch und zielgerichtet: Der neue Bayern-Coach Pep Guardiola bei seiner Vorstellung
Gut vorbereitet
Er habe die Bundesliga ein Jahr lang verfolgt und einen guten Eindruck bekommen. "Ich habe alle Spiele des FC Bayern von New York aus gesehen", sagte Guardiola, der mit Barca in vier Saisons 14 von 19 möglichen Titeln geholt hatte. Er hoffe, seinen äußerst erfolgreichen Vorgänger Heynckes in nächster Zeit zu sehen: "Seine Meinung ist mir sehr wichtig. Ich habe großen Respekt vor ihm." Bislang habe es aber keinen Kontakt gegeben.
Bestens vorbereitet, schon jetzt mit beeindruckend guten Deutschkenntnissen ausgestattet, dazu bescheiden und zielorientiert - am Ende der Pressekonferenz blieb der Eindruck: Mit Pep Guardiola als Heynckes-Nachfolger hat der FC Bayern eine gute und erfolgversprechende Wahl getroffen.